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Ich halte jeden, mit dem ich spiele, so lange für einen Meister, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat. >>Wassili Panow

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Das 27. Georg-Schönfelder-Landopen, veranstaltet vom SV Jenapharm Jena, stand dieses Jahr unter keinem guten Stern. Zuerst die Corona-Pandemie mit ihren vielen offenen Fragen, dann der Beinbruch des Hauptschiedsrichters Bernd Mißbach, der zu einer kurzfristigen Verlegung führte und letztendlich das überraschende Ableben eines Turnierteilnehmers. Daniel Platz konnte alle 7 Runden bestreiten, Frank Mißbach nur 3 und Dirk Helbig wurde durch die Verlegung (wegen fehlendem Urlaub) an der Teilnahme gehindert. Zumindest für Daniel, der sich bereits zweifach in die Siegerliste eintragen konnte, sollte es für einen Platz auf dem Treppchen reichen. Gespielt werden 7 Runden an 7 Tagen, jeden Tag eine Partie. Entsprechend dem Hygiene-Konzept (gespielt wurde an 2 Brettern) saß man seinem Gegner nicht direkt, sondern schräg gegenüber und hatte sowohl die eigenen, als auch die Züge seines Gegnes auszuführen. So mancher Spieler hatte mit dem ungewohnten Verfahren sichtbare Schwierigkeiten.

Runde 1

Zum Auftakt machte es mir Matthias Petzold (SV Königsspringer Herzberg, DWZ 1608) einfach. Im Mittelspiel übersah Matthias einen simplen Doppelangriff auf Springer und Läufer, der direkt eine Figur gewann. Matthias gab wenig später auf. Die Corona-Pause war für Matthias doch wohl etwas zulang, einen derartigen Fehlgriff sieht man sonst eigentlich nicht von ihm. Meine persönliche Bilanz gegen Matthias baute ich damit auf 2,5:0,5 aus. 
Frank spielte gegen seinen Bruder Fred Mißbach (ASV Burglengenfeld, DWZ 1863) remis und setzte in den kommenden 4 Runden arbeitsbedingt aus, erst zur Runde 6 sollte Frank wieder mitwirken.

Runde 2

In Runde 2 wurde es nun direkt Ernst. Der Turnierfavorit Michael Ermitsch (SC Oranienburg, DWZ 2091) saß mir schräg gegenüber. Mit den weißen Steinen kam ich sehr bequem aus der Eröffnung und konnte auf der halboffenen b-Linie Druck erzeugen. Letztendlich unterlag ich Michael aber, weil er im Mittelspiel einfach tiefer rechnete als ich, Möglichkeiten sah, die ich nicht sah und ein besseres Positionsverständnis für die Stellung zeigte. Ich hoffte noch mit 2 verbundenen Freibauern auf ausreichend Kompensation für die Figur, die ich ins Geschäft stecken musste, doch leider verhinderte Michael auch hier jegliches Vorrücken meiner Bauern, sodass meine Niederlage folgerichtig war. Michael hingegegen übernahm die alleinige Tabellenführung. Meine Bilanz gegen Michael ist mit 0:5 inzwischen mehr als enttäuschend.  

Runde 3

 3. Runde: Michael Kaiser - Daniel PlatzSpiel in Coronazeiten Daniel (l) gegen Michael Kaiser

Auch gegen Michael Kaiser (ESV Lok Falkenberg, DWZ 1867) sah es zunächst nicht gut aus. Ich deplatzierte einen meiner Springer schon in der Eröffnung, obwohl ich mir genau diese Variante zuvor noch angesehen hatte. Entsprechend musste ich lange um Ausgleich kämpfen und sah mich eines heftigen Angriffs am Königsflügel ausgesetzt. Auch wenn ich es zwischendrin gleich zweimal verpasste die Spannung aus der Stellung zu nehmen, verteidigte ich mich doch recht umsichtig und hielt so den halben Zähler fest. Gegen Michael ist meine Bilanz mit 4:2 positiv, zuletzt trennten wir uns schon 2017 remis.

Runde 4

In Runde 4 einigte ich mich mit Jörg Engberg (SC Oranienburg, DWZ 1883) schon nach 4 Zügen auf Remis. Persönlich steht es nun gegen Jörg 3:1 für mich. 

Runde 5

Nun war es wieder Zeit zu kämpfen. Gegen Detlef Zoll (ESV 1949 Eberswalde, DWZ 1801) war ich die ganze Zeit über am Drücker, obwohl Detlef kurzzeitig zum Königsangriff überging. Diesen wehrte ich ab und konnte mit einem Bauern Vorteil ins Schwerfigurenendspiel übergehen. Kurzzeitig schien es so, als hätte ich meinem Gegner ein Dauerschach ermöglicht, doch dies bewahrheitete sich zum Glück nicht. Meine Mattdrohung konnte Detlef dann nicht mehr parieren. Mit dem Sieg steht es im persönlichen Duell mit Detlef nun komplett ausgeglichen, 3:3.  

Runde 6

Im vermeintlichen Kampf um Rang 2 im Endklassement traf ich in der Vorschlussrunde auf Frank Schönfeld (VfL Gräfenhainichen, DWZ 2016). Während ich auf Sieg spielen musste, genügte Frank zur Verteidigung des 2. Platzes ein Remis. Und genau so spielte Frank auch. Sämtliche Leichtfiguren verließen zügig das Brett und Frank vereinfachte wo er nur konnte. Dies brachte mir zwar bequemen Ausgleich, genügte aber auch nicht für mehr. Im Schwerfigurenendspiel war das Remis schnell beschlossen. Letzendlich sollte dies Frank aber auch nicht zum 2. Rang im Endklassement genügen, wir machten die Rechnung ohne den stark aufspielenden Michael Kaiser. Persönlich ist meine Bilanz gegen Frank mit 2,5:3,5 absolut im Rahmen.
Unser Frank war nun auch wieder mit von der Partie. Gegen Gerd Wanka (ESV 1949 Eberswalde, DWZ 1455) hatte er keinerlei Probleme und siegte überzeugend.  

Runde 7

Frank spielte beim Kurzremis gegen Detlef Zoll (ESV 1949 Eberswalde, DWZ 1801) eine fehlerfreie Partie.
Für die letzte Runde hatte ich mir hingegen noch einiges vorgenommen. Gegen Uwe Hoffmann (SV Rochade Magdeburg 96, DWZ 1992) wollte ich das Risiko nicht scheuen und mit einem Sieg noch in die Geldpreisränge vorstoßen. Entsprechend entwickelte sich eine scharfe Partie mit heterogenen Rochaden, in der mein Kontrahent in undurchsichtiger Stellung nicht immer die beste Fortsetzung fand. Mit einem Mehrbauer und der Beherrschung der Brettmitte steuerte ich dann die Abwicklung ins Endspiel an, verbunden mit der Hoffnung ausreichenden Vorteil angehäuft zu haben. Und so war es dann auch, ich konnte die Damen vom Brett tauschen und sogar noch einen 2. und 3. Bauern einkassieren. Den Vorteil ließ ich mir dann nicht mehr nehmen und verwandelte zum Sieg. Wie schon gegen Detlef konnte ich damit auch gegen Uwe meine persönliche Bilanz ausgleichen, 2,5:2,5 steht es nun.

Endstand

BerndDaniel bei der Siegerehrung

Dieses Turnier verlief für mich richtig gut. Davon zeugt auch der Podestplatz. Platz 3 in der Endabrechnung, nur aufgrund der 2. Feinwertung (0,5 Punkte hintend ran) an Rang 2 vorbei geschrammt bescherten mir den DWZ Preis unter 1920. Da ich auch noch zum siegreichen Team (Frank Schönfeld, ich, Jörg Engberg, Gerd Wanka) gehörte, konnte ich mich über eine Geldprämie von in Summ immerhin 65 € freuen. Darüber hinaus erwartet mich ein DWZ-Plus von rund 20 Punkten.
Trotz der nur 3 gespielten Partien konnte Frank 2 Spieler hinter sich lassen und belegte Rang 12 des Endklassements. Vollkommen ungefährdet gewann das Turnier mit 4 Siegen und 3 Remis Michael Ermitsch vom SC Oranienburg.

Endstand und weitere Informationen bei chess-results.com



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