Schach in Annaburg => SSC, wo sonst!

Schach bereichert den Menschen in kulturvoller Hinsicht, erweitert seinen Horizont und fördert die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Menschen.
Paul Keres
Ich halte jeden, mit dem ich spiele, so lange für einen Meister, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat.
Wassili Panow
Um im Schach Erfolg zu erringen, muss man es sehr lieben und Talent mitbringen. Gute Schachspieler werden geboren, berühmte werden geformt.
Michail Tal
Wenn Dein Gegner Dir ein Remis anbietet, versuch herauszufinden, weshalb er glaubt schlechter zu stehen.
Nigel Short
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SSC Annaburg vs. TSV Elbe Aken 1863 1,5:6,5


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Spitzenspiel in Annaburg. Zumindest laut Tabelle. Als überraschender Tabellenzweiter empfangen wir den TSV Elbe Aken 1863, dessen Tabellenführung eher wenig überrascht. Aken ist jedoch zu ausgeglichen besetzt, als das wir ernsthaft ein ausgeglichenes Spitzenspiel erwarteten, zumal unsere Vorbereitung alles andere als optimal verlief. Feier- und kranksbedingt mussten wir auf Oerti und Roland verzichten, zudem gingen Tilo und ich mit drei bzw. gut einer Stunde Schlaf unausgeruht in die Partien. Aken hingegen trat nahezu in Bestbesetzung an, lediglich Siegfried Bertz setzte geburtstagsbedingt aus. Beste Geburtstagsglückwünsche senden wir an dieser Stelle aus der Ferne. Aken war noch gar nicht richtig angekommen, da gab es bereits die ersten Beschwerden über die zu geringe Temperatur im Spiellokal, selbstverständlich wurde auch direkt ein Thermometer ausgepackt. Kurioserweise saßen zu Spielbeginn dann 2 Akener Spieler dick eingepackt mit Schal und Jacke da während 2 ihrer Teamkollegen kurzärmlig antraten. Sei es drum, wir ließen uns davon nicht aus der Konzentration bringen.

Ich stand 10 Stunden vor Spielbeginn noch mehr als 600km entfernt am Gladbacher Borussia-Park (Deutschland - Weißrussland 4:0), war kurz nach 5 Uhr erst im Bett, war aber trotz der nur rund 80 Minuten Schlaf topfit. Mit den schwarzen Steinen konnte ich direkt ausgleichen und die Initiative übernehmen. Im 8. Zug wurde ich dann mit einem Remisangebot konfrontiert. Da ich befürchtete, dass die Müdigkeit sich doch mit fortlaufender Spielzeit auf die Konzentrationsfähigkeit auswirken könnte, nahm ich es an.

Brett 4 und 5: Tilo und Thomas raucht der KopfTilo und Thomas kämpfen

Im 7. Zug griff Sebastian leider schon fehl. Der Materialverlust kumulierte sich bis zum 15. Zug zu einem ganzen Turm. Die Niederlage war folgerichtig. Direkt nach Partieende übten wir die englische Eröffnung

Von Floris Partie bekam ich nicht viel mit. Auch hier gab es eine schnelle Niederlage. Mit dem 0,5:2,5-Zwischenstand war früh klar, in welche Richtung es heute geht.

Richtig gut in Form ist Thomas. Im 3. Spiel erreichte Thomas seine 3. Punkteteilung und ist folglich weiterhin unbesiegt. Und das obwohl er an Brett 4 aufrücken musste und sein Kontrahent 500 DWZ-Punkte mehr auf die Uhr brachte. Stark! Zumal das Remis erspielt und verdient war.

Etwas kurios ging es bei Frank zu, der als einziger echte Gewinnaussichten besaß. Frank nahm seinen Turm, bemerkte, dass er im Inbegriff war einen schlechten Zug auszuführen und es stellte den Turm auf das Ausgangsfeld zurück. Der Akener Spieler bestand darauf, dass die Figur bereits losgelassen war. Frank bestritt dies, soadss Aussage gegen Aussage stand. Da niemand sonst die Situation beobachtete, entschied sich Frank dazu, nicht lange zu diskutieren und gab seine gute Stellung auf. Schade! Aber sicher nicht entscheidend für den Spielausgang.

Brett 8: Wartke, Silke vs. Schmidt, Wolfgang 0:1Silke steht gut, greift jedoch im 21. Zug fehl

Zufrieden mit ihrer Partie kann Silke sein. Gegen einen starken Gegner spielte sie über 20 Züge eine sehr gute Partie, in der sie sogar leichte Vorteile besaß. Leider patzte Silke dann im 21. Zug, wodurch die Partie dann kippte. Trotzdem gut gespielt! Mit dem 1:5-Zwischenstand war bereits alles entschieden.

Mit 3 Stunden Schlaf trat Tilo nicht wesentlich ausgeruhter ans Brett als ich. Dies schien ihn aber nicht zu beeinflussen. Mit den schwarzen Steinen hielt Tilo die Partie gegen seinen 700 DWZ-Punkte stärkeren Gegner lange Zeit offen. Wäre er zur langen Rochade gekommen, dann hätte ein Angriff am Königsflügel vielleicht sogar den vollen Punkt bringen können. Doch leider konnte sein König die Mitte nicht verlassen, sodass es dann doch um ihn geschehen war.

Nicht ganz glücklich war ich mit der Stellung von Dirk. Zwar war die Stellung komplett geschlossen, gefühlt lagen aber einige taktische Motive zu ungunsten Dirks in der Luft. Ob dem nicht so war oder Dirk seinen Laden einfach gut zusammenhielt weiß ich nicht, letztendich erreichte Dirk aber die Punkteteilung. 

Die Niederlage war heute nicht zu vermeiden, auch wenn sie vielleicht um einen Brettpunkt zu hoch ausgefallen ist. Ein fehlender Oerti lässt sich für uns nicht so leicht kompensieren. Letztendlich ist Aken auch  eine Nummer zu groß für uns. Wir rutschen von Tabellenplatz 2 auf Tabellenplatz 6 ab.  


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