Schach in Annaburg => SSC, wo sonst!

Um im Schach Erfolg zu erringen, muss man es sehr lieben und Talent mitbringen. Gute Schachspieler werden geboren, berühmte werden geformt.
Michail Tal
Wenn Dein Gegner Dir ein Remis anbietet, versuch herauszufinden, weshalb er glaubt schlechter zu stehen.
Nigel Short
Ich halte jeden, mit dem ich spiele, so lange für einen Meister, bis er mir das Gegenteil bewiesen hat.
Wassili Panow
Schach bereichert den Menschen in kulturvoller Hinsicht, erweitert seinen Horizont und fördert die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Menschen.
Paul Keres
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22. Georg-Schönfelder-Landopen

Auch in diesem Jahr steht nach Saisonende wieder das Georg-Schönfelder-Landopen in Labrun an. Von Annaburger Seite nehmen Roland, Frank und ich teil. Ansonsten finden sich auf der Teilnehmerliste ausschließlich bekannte Namen, welche teilweise seit vielen Jahren in Labrun an den Start gehen. Für uns sind die Zielsetzungen recht unterschiedlich, während Frank und ich wohl ganz vorne angreifen wollen, wäre Roland sicher schon mit einem Mittelfeldplatz und der Wiederholung seiner starken Performance im Vorjahr zufrieden.

Runde 1

Frank und ich waren in der oberen Setzhälfte, sodass wir vermeintlich leichtere Gegner zugelost bekamen, Roland hatte es hingegen mit einem stärkerem Kontrahenten zu tun. Frank machte dann auch recht kurzen Prozess mit seinem Eberswalder Gegner und holte den ersten Annaburger Punkt. Auch Roland kämpfte gegen Jörg Engberg sehr tapfer. Es entwickelte sich eine offene Parte, in der beide den Angriff suchten. Roland büßte dann zwar einen Bauern ein, konnte dies stellungsmäßig jedoch kompensieren, sodass sich die beiden auf Remis einigten. Roland knüpft also nahtlos an seine Vorjahres-Vorstellung an. Ich hatte mit Matthias Petzold vom SV Königsspringer Herzberg (DWZ:1592) einen schlagbaren Gegner vor der Nase. Relativ konzentriert wickelte ich meine Partie auch in eine Gewinnstellung ab. Geplagt von Rückenschmerzen gelang es mir dann aber nicht diese auch zu verwerten. Laut Computer bereits 2 Bauerneinheiten vorne berechnete ich das fällige Opfer zwar, sah den vorhandenen Durchbruch aber nicht und gab mich umgehend mit dem halben Zähler zufrieden.  

Runde 2

Roland spielte gegen einen ähnlich starken Gegner wie in Runde 1. Auch diesmal schlug er sich tapfer, auch wenn er etwas gedrückter stand als gestern. Just im Zuge des Remisgebots unterlief ihm jedoch dann der entscheidende Fehler. Roland griff bei einem vergiftetem Bauern zu, was ihm kurz darauf eine Leichtfigur Nachteil einhandelte. Diesen konnte er dann nicht mehr wettmachen und verlor. Bei mir wurde es noch verrückter als gestern. Ich hatte mit Eckardt Wolkenstein vom ESV Eberswalde 1949 (DWZ: 1472) einen noch schlagbareren Gegner als gestern. Es ging auf und ab. Zunächst kam ich deutlich besser aus der Eröffnung, mein Gegner mauerte sich ein. Dann berechnete ich einen Abtausch falsch, welchen mir einen Minusbauer einbrachte. Zusätzlich durfte ich meinem Kontrahenten kurzzeitig das Zentrum überlassen. Der Eberswalder verhäderte sich dann jedoch selbst in seinen Zügen, sodass ich nach einer Mattdrohung dermaßen auf Gewinn stand und das gleich für rund 10 Züge lang. Der Computer sah mich mit 8 Bauerneinheiten vorne. Genau wie am Tag zuvor ging bei mir jedoch null komma nix, sodass ich die Chancen reihenweise ausließ, selbst ein Damengewinn war zwischendurch drin. Stattdessen musste ich "nur" mit einem Qualitätsgewinn klarkommen, den ich kurz darauf wieder stellungsmäßig verspielte. Auch die Chance zum Gegenopfer ließ ich aus, welches mir abermals das bessere Endspiel gebracht hätte. Am Ende erwies sich das starke Zentrum meines Gegners dann als Gewinnbringer. Ich sah überhaupt nix mehr und wurde einfach breit geschoben. Ich kann mich nicht erinnern wann ich zuletzt dermaßen viele Chancen liegen ließ und wann ich zuletzt gegen eine < 1500 DWZ kapitulieren musste. Frank machte die schlechte Annaburger Runde dann perfekt. Gegen Frank Enigk sah es eigentlich lange ausgeglichen aus, im Endspiel setzte sich dann aber doch die größere Erfahrung des Landesliga-Spielers durch. Es kann also nur besser werden...  

Runde 3

Ich hatte im vereins- und familieninternen Duell gegen Roland keine Chance. Es entwickelte sich eine spannende Partie, aufgrund entgegensetzter Rochaden. Ich steckte am Königsflügel einen Turm ins Geschäft, welchen Roland im Verlauf zur Kompensation zurückgeben musste. Als es nach einem remisen Endspiel aussah, patzte ich jedoch wie schon in den Runden zuvor. Zu guter letzt sah ich nicht einmal das zweizügige Matt. Zwischendurch übersah ich im Übrigen ein 8-zügiges Matt (ok nicht ganz einfach zu sehen) und Roland ein 2-zügiges Matt. Brauchte er aber nicht zu sehen, reichte auch so.
Frank bekam mit meinem Gegner aus Runde 2 zu tun. Für Frank war er ähnlich unbequem wie für mich. Es entwickelte sich eine offene Partie mit zerklüfteten Strukturen auf beiden Seiten. Dabei hatte Frank mit einem Minusbauen zu leben. Nach Franks Aussage ließen beide Seiten mehrmals den Gewinn aus, wie bei mir in der Runde zuvor also, nur mit dem Unterschied, dass es Frank gelang einen halben Zähler ins Ziel zu retten.

Runde 4

Frank machte diesmal recht kurzen Prozess. Er schnürte seinen Gegner ein und nutzte den vorhandenen Raumvorteil am Damenflügel, um sein Angriffsspiel aufzuziehen. Als Frank eine Leichtfigur erobern konnte, war die Partie zu seinen Gunsten entschieden, Sieg. Ich bekam es mit Gerd Wanka vom ESV 1949 Eberswalde (DWZ: 1458) zu tun. Gegen Gerd konnte ich 2011 gewinnen. Ich wählte dieselbe Spieleröffnung und -anlage wie 2011 und kam wie damals schnell in Vorteil. Während ich bereits angriff, war Gerd noch mit der Entwicklung beschäftigt. Meinem Durchbruch im Zentrum hatte Gerd nur ein Leichtfigurenopfer entgegenzusetzen. Anschließend suchte er sein Heil noch in einem Angriff am Königsflügel. Diesen wehrte ich jedoch problemlos ab und brachte anschließend meine Mehrfigur zur Geltung. Der dritte 1400er DWZ wurde glücklicherweise nicht auch noch zum Stolperstein, vielleicht ist der Bann ja nun gebrochen.
Roland war gegen einen 1700er DWZ nur in der Außenseiterrolle und wurde am Königsflügel auch gehörig unter Druck gesetzt. Wie gegen mich aber auch schon fand er den ein oder anderen richtigen Zug und verteidigte seine Stellung tapfer. Nach seiner Aussage ließ er im Rahmen seines Gegenspiels dann sogar ein zweizügiges Matt aus. Das Remis, auf welches man sich nach 4 Stunden Spielzeit einigte, ist sicher trotzdem ein Erfolg für Roland. Mit aktuell 50 % der Punkte sieht es wieder nach einem sehr guten Turnier für Roland aus.

Runde 5

Roland hatte mit dem DWZ-Schwächstem im Teilnehmerfeld keine Probleme. Er trieb seine Bauern im Zentrum nach vorne, strich erst die Qualität ein und eroberte später mit einem Zwischenschach auch noch den zweiten Turm. Der Sieg war dann Formsache. Bei Frank lief es leider nicht so gut. Frank konnte das Eindringen der gegnerischen Figuren am Damenflügel nicht vermeiden. Zunächst fiel ein Bauer, dann noch ein weiterer und im Endpspiel stand er damit auf verlorenem Posten. Ich bekam es mit einem alten Bekannten zu tun. Gegen Manfred Schulz vom SC Oranienburg (DWZ: 1682) durfte ich schon des öfteren spielen. Zuletzt besiegte ich ihn im Vorjahr, 2013 trennten wir uns Unentschieden. Dabei waren es zwischen uns stets zähe Partien. Und so auch diesmal. Eine Lücke war nicht wirklich in seiner Stellung auszumachen, auch wenn er mir wie immer die Initiative überließ. Ich versuchte einen Durchbruch im Zentrum, welcher zwischendurch auch recht vielversprechend war. Dummerweise verpasste ich dann, trotz fortgeschrittenen Mehrbauerns, mehrmals die korrekten Fortsetzungen, sodass ich mich auf einmal in der Defensive widerfand. Dabei hatte ich dann sogar Glück als Manfred ein dreizügigen Figurengewinn liegen ließ. Am Ende einigten wir uns auf ein wohl gerechtes Remis. 

Runde 6

Frank hatte heute zeitig Feierabend. Die Punkteteilung war schnell besiegelt. Länger dauerte es bei mir. Ich hatte mit Peter Müller vom SC Oranienburg (DWZ: 1590) einen Gegner den ich besiegen wollte. Ich kam auch ganz gut aus der Eröffnung und wagte den Vorstoß am Damenflügel. Peter hatte hingegen noch die ein oder andere Aufgabe in der eigenen Spielentwicklung zu lösen. Bevor er dazu kam startete ich jedoch ein Ablenkungsmanöver, auf welches Peter direkt hineinfiel. Ein als Angriff am Damenflügel getarnter Bauernvorstoss nahm seinem Springer das letzte Rückzugsfeld. Dieser fiel dann an mich. Fortan wickelte ich ins Endspiel ab, musste noch kleinere Drohungen von Peter abwehren, letztendlich sicherte ich mir aber den vollen Punkt. Roland hatte heute eine schwierige Aufgabe zu lösen. Der DWZ-Stärkste im Teilnehmerfeld, Hardy Sydow, saß ihm gegenüber. Mit den schwarzen Steinen wehrte sich Roland sehr tapfer. Nur nach und nach gelang es Hardy kleine Schwächen in Rolands Stellung zu schaffen. Zunächst war es ein Doppelbauer im Zentrum, dann musste ROland aber doch die Dame für Turm und Leichtfigur geben. Am Ende setzte sich Hardy nach 4 Stunden Spielzeit durch. Gut gekämpft!

Runde 7

DWZ-PreisträgerDWZ-Preisträger: Detlef Zoll, Detlef Siegl, Roland Platz mit Turnierleiter Bernd MißbachDie letzte Runde brachte nochmal ein vereinsinternes Duell. Frank und ich neutralisierten sich und einigten sich relativ zeitig friedlich auf Remis. Kämpfen musste noch Roland, auch wenn er den DWZ-Preis bereits sicher hatte. Mit den schwarzen Steinen unterlief ihm ein Missgeschick, wodurch er einen Bauern einbüßte. Da seinem Gegner aber auch nicht wirklich mehr nach Kämpfen und Tüfteln war hatte Roland kurz darauf auch das Remis sicher.

Alle 3 Annaburger kamen somit auf 3,5 Punkte, also genau 50 % der Punkte, wobei dieses Ergebnis nur für Roland ein Erfolg sein dürfte. Frank und vorallem ich spielten doch deutlich unter den Erwartungen. Dies belegen dann auch die -59 DWZ-Punkte die ich mir einhandelte. Bester Annaburger wurde nach Wertung Frank auf dem 10. Platz, Roland folgt auf Rang 11 und belege Platz 13 der Abschlusstabelle. Roland sicherte sich den DWZ-Preis U1500, welchen er im kommenden Jahr wohl nicht mehr verteidigen kann, da seine DWZ zumindest in der inoffiziellen Auswertung auf 1510 steigt. Zusätzlich war Roland im siegreichen Team. Das Turnier gewann Dauersieger Hardy Sydow vom ESV 1949 Eberswalde.

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