Am Tag nach der letzten Bundesliga-Runde führt der USV TU Dresden traditionell eine Simultanveranstaltung im Lingnerschloss durch. Den Dresdnern gelangen in dieser Saison lediglich 2 Siege gegen Werder Bremen und Heimbach-Weis-Neuwied und müssen als Tabellenletzter den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Trotzdem war die Stimmung gut und mein Großmeister bester Laune. Ich bekam es mit GM Peter Michalik (DWZ 2557) zu tun, der inzwischen für die tschechische Nationalmannschaft antritt und bereits an mehreren Schach-Olympiaden teilgenommen hat. In der Bundesligasaison gewann er keine Partie, verlor allerdings auch nur 2 und holte aus 13 Partien immerhin 5,5 Punkte. Meinem Großmeister unterlief nach 3 Zügen ein Anfängerfehler, sein Handy klingelte. Ich wollte spielen und verzichtete darauf, den Schiri zu informieren. Erstmals musste ich mit Schwarz gegen den GM antreten und erhielt im Damengambit eine brauchbare Stellung. An einigen Stellen war mein Respekt dann jedoch zu groß.
Ich wählte die Sicherheitsvarianten, die mir zwar eine verteidigungsfähige Stellung sicherten, allerdings keinerlei Gegenspiel gaben. In der Folge verteidigte ich mich recht umsichtig. An allen anderen 5 Brettern mussten meine Mitstreiter inzwischen die Waffen strecken, sodass sich der GM im Läufer gegen Springer-Endspiel nun auch noch voll auf meine Partie konzentrieren konnte. Zudem waren von meinen ursprünglich 90min Bedenkzeit nur noch 3min übrig geblieben. Nach und nach wurde ich zusammengeschoben, verlor erst einen Bauern, dann einen Zweiten und musste mir die Niederlage eingestehen. Bis ins Endspiel mitgehalten und kein Material weniger, letztlich aber eben doch wieder verloren.
