Als einziger Annaburger startete Dirk bei der diesjährigen 11. Offenen Bezirkseinzelmeisterschaft des Schachbezirkes Dessau. In dem 15 großen Starterfeld bekam es Dirk [ELO 1779/DWZ 1721] gleich in der 1. Runde mit dem Setzplatzersten FM Harald Matthey zu tun. In der Modernen Verteidigung hielt Dirk mit Schwarz trotz gedrückter Stellung lange mit, musste jedoch nach 56 Zügen die Waffen strecken.
Neuer Tag, neues Glück: Zur zweiten Runde mit Weiß spielte ich gegen Max Kruse. Diese Partie endete nach einigen Höhen und Tiefen schlussendlich im Remis. Hierbei hatte ich bereits moralischen Beistand vom Vereinskollegen Schöni. In der folgenden Runde hieß der Gegner Jörg Fischer, ein langjähriger Wegbegleiter. Die Partieaufgabe von Jörg im 33. Zug verpasste Daniel (der nächste Fan) nur um wenige Minuten. Mit 1,5 Punkten (50%) konnte ich nach 3 Runden ganz zufrieden sein.
Am Schlusstag waren 50% Punktausbeute oder besser geplant, es kam anders. Gegen Jörg Schiefer kam ich in einer mir völlig unbekannten Eröffnung stark unter Druck, musste viel Kraft in die Variantenberechnung stecken. Das zahlte sich aus und ich gewann die Qualität. Leider verpasste ich den Gewinnweg und musste mich am Ende mit Remis begnügen. In der Schlussrunde bekam ich es mit Kostantin Spieß zu tun. Hier kam ich, obwohl mit Weiß spielend, gleich in der Eröffnung stark unter Druck, konnte einige Klippen zwar umschiffen, endete jedoch mit einer Niederlage.
So sind es am Ende "nur" 2 Punkte und Rang 9 (Setzlistenplatz war 8) und ein klein wenig Enttäuschung schwingt mit.
Bezirkseinzelmeister wurde unangefochten FM Harald Matthey (SK Dessau 93), vor Jonas Wohlfaht (TSG Wittenberg) und Konstatin Spieß (1.SC Anhalt). Die Bezirksmeisterin Tina Kümmel (CFC Germania 03) belegte mit 3 Punkten den Rang 5.
Endstand
Am Tag nach der letzten Bundesliga-Runde führt der USV TU Dresden traditionell eine Simultanveranstaltung im Lingnerschloss durch. Den Dresdnern gelangen in dieser Saison lediglich 2 Siege gegen Werder Bremen und Heimbach-Weis-Neuwied und müssen als Tabellenletzter den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Trotzdem war die Stimmung gut und mein Großmeister bester Laune. Ich bekam es mit GM Peter Michalik (DWZ 2557) zu tun, der inzwischen für die tschechische Nationalmannschaft antritt und bereits an mehreren Schach-Olympiaden teilgenommen hat. In der Bundesligasaison gewann er keine Partie, verlor allerdings auch nur 2 und holte aus 13 Partien immerhin 5,5 Punkte. Meinem Großmeister unterlief nach 3 Zügen ein Anfängerfehler, sein Handy klingelte. Ich wollte spielen und verzichtete darauf, den Schiri zu informieren. Erstmals musste ich mit Schwarz gegen den GM antreten und erhielt im Damengambit eine brauchbare Stellung. An einigen Stellen war mein Respekt dann jedoch zu groß.
Ich wählte die Sicherheitsvarianten, die mir zwar eine verteidigungsfähige Stellung sicherten, allerdings keinerlei Gegenspiel gaben. In der Folge verteidigte ich mich recht umsichtig. An allen anderen 5 Brettern mussten meine Mitstreiter inzwischen die Waffen strecken, sodass sich der GM im Läufer gegen Springer-Endspiel nun auch noch voll auf meine Partie konzentrieren konnte. Zudem waren von meinen ursprünglich 90min Bedenkzeit nur noch 3min übrig geblieben. Nach und nach wurde ich zusammengeschoben, verlor erst einen Bauern, dann einen Zweiten und musste mir die Niederlage eingestehen. Bis ins Endspiel mitgehalten und kein Material weniger, letztlich aber eben doch wieder verloren.


